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(pd) "Frauen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft" – was wurde in den letzten 50 Jahren erreicht, wo bestehen
nach wie vor Defizite? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich – an der von der Staatskanzlei des
Kantons Aargau in Zusammenarbeit mit dem Staatsministerium Baden-Württemberg und der Stadt Aarau organisierten Demokratiekonferenz vom 21. und 22. Oktober in Aarau – Referentinnen und Referenten,
Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft sowie weitere Teilnehmende.

Die Veranstaltung stand im Zeichen eines doppelten Jubiläums: Das Thema für die zehnte Demokratiekonferenz wurde aus Anlass des vor 50 Jahren in der Schweiz eingeführten Frauenstimmrechtes gewählt.
Mit einem engagierten Referat und einem vertiefenden Gespräch mit Moderatorin Nadine Jürgensen eröffnete Alt-Nationalrätin Ursula Mauch die zehnte Demokratiekonferenz im Kultur- und Kongresszentrum (KuK) in Aarau. Sie hatte ab 1979 als erste Frau im Bundeshaus den Kanton Aargau repräsentiert und konnte mit ihren Erinnerungen an ihren persönlichen Einsatz und die zahlreichen, heute teilweise überwundenen Herausforderungen für mehr Mitsprache und Beteiligung von Frauen aus dem Vollen schöpfen.
Neben einer Würdigung des Erreichten fokussierte die Konferenz auf die heutige Situation von Frauen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Dazu gehörte eine Standortbestimmung zur Vertretung der Frauen in Politik und Wirtschaft. Diese erfolgte in Paneldiskussionen und etlichen Workshops; etwa zu den Erfahrungen auf kommunaler Ebene oder dem Blickwinkel der jungen (Polit-)Generation. Vielfach wurden dabei Vergleiche zum Ausland gezogen, insbesondere zwischen den Verhältnissen in der Schweiz und Deutschland, wo Gleichstellungsfragen teilweise stärker reguliert sind.

Frauenquoten: Fluch oder Segen?
Unter den Konferenzteilnehmenden herrschte grossmehrheitlich Konsens, dass Handlungsbedarf bleibt, um die effektive Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Politik zu erreichen. Bei der Frage nach dem Wie schieden sich die Geister und Meinungen. Nach einem Vortrag der deutschen Wissenschaftlerin Petra Ahrens kreuzten Alt-Ständerätin Egerszegi mit Kathrin Bertschy, grünliberale Nationalrätin und Co-Präsidentin der Organisation "Alliance F" die Klingen zum Thema Frauenquoten. Weiter diskutierten Grossratspräsident Pascal Furer (SVP) und Nationalrätin Irène Kälin (Grüne) zusammen mit dem Demokratieforscher Daniel Kübler und der neu gewählten Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger über den Regulierungsbedarf und die unterschiedlichen Hebelmöglichkeiten der Politik auf Bundes- und Kantonsebene.

Wirtschaft setzt Impulse, aber es verbleibt Handlungsbedarf
Am zweiten Konferenztag stand der Themenbereich Frauen in der Wirtschaft im Zentrum. Nach einem Key-Note-Referat von Alt Ständerätin und Start-Up Unternehmerin Pascale Bruderer zum Thema "Voraussetzungen für ein gutes Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft zugunsten von mehr Diversität" diskutierten Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt, Margarete Voll, langjährige Personalleiterin der Allianz Versicherung in Deutschland und Headhunterin Doris Aebi mit den Teilnehmenden die Frage, wie die Wirtschaft mit gutem Beispiel in der Frauenförderung voranschreiten kann – und wo die Politik mittels Leitplanken Vorgaben geben soll.

Aargau als "Demokratiehub" – und verlässlicher Grenzpartner
Landammann Stephan Attiger verwies in seiner Eröffnungsrede auf die grosse Dichte von Veranstaltungen und Akteuren zum Thema Demokratie im Aargau, darunter auch das ebenfalls in die Konferenz eingebundene Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA), und bezeichnete den Kanton Aargau als eigentlichen "Demokratiehub der Schweiz". Daneben betonte er den Willen nach enger Zusammenarbeit mit dem Bundesland Baden-Württemberg, dem Co-Organisator der Veranstaltung.
Barbara Bosch, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg, erwiderte den symbolischen Handschlag und betonte ihrerseits den Willen nach geregelten Beziehungen dies und jenseits des Rheins: "Die Zusammenarbeit des Landes Baden-Württemberg mit seinen Nachbarkantonen und der Schweiz bedeutet viel für uns – nicht nur hinsichtlich der Wirtschaft oder der gemeinsamen Forschung. Auch kulturell und emotional ist die Verbindung über die Grenze eng." Die Staatsrätin betonte zudem die Wichtigkeit des Demokratie-Dialogs: "Mit den Demokratiekonferenzen haben wir eine Plattform des Austausches etabliert. Uns werden die Themen nicht ausgehen. Demokratie und Bürgerbeteiligung sind die Klammer um bedeutende Fragen der Gegenwart und Zukunft."

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